Warum turnen wenn man fliegen kann?

Minzy wäre beinahe professionelle Bodenturnerin geworden. Dann entschied sie sich für die Freiheit.

Ein Wohnzimmer in Südfrankreich. Minzy sieht sich gemeinsam mit ihrer Mutter Cabaret-Shows im Fernsehen an. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Schlangenfrauen, die ihren Körper in die unmöglichsten Positionen winden. Minzy wird neugierig und macht die Bewegungen nach. “Meine Mutter ist fast ausgeflippt, weil ich die Bewegungen nahezu ansatzlos nachmachen konnte”, erinnert sie sich lachend. Es sollte der Anfang einer ganz ähnlichen – und doch ganz anderen – Laufbahn gewesen sein. 

Jene Mutter nämlich meldete Minzy schon bald nach dem Erweckungserlebnis vor der Glotze für die ersten Trainingsstunden im örtlichen Turnverein an. Schnell gehörte die kleine Minzy zu den großen Nachwuchshoffnungen der französischen Gymnastik. Doch der militärische Drill, der diesem Sport innewohnt, schreckte sie mehr und mehr ab. “Turnen ist eine sehr spaßbefreite Angelegenheit. Zumindest so viel habe ich im Verein gelernt.” Sie war auf der Suche nach Freiheit und nicht zuletzt auch ein bisschen Spaß. Mit 14 Jahren streifte sie also das Turndress ab und begann zu breaken – in der Halle nebenan absolvierten die B-Boys ihr Training, sie musste also nur durch die Türe schlendern, um den Weg in ihre ganz persönliche Freiheit zu finden. “Mit dem Tanzen kann ich mich perfekt ausdrücken. Es bedeutet für mich Freiheit, wenn ich ohne Zwang und Einschränkungen Neues erschaffen kann. Außerdem liebe ich es, auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu hören. Das gibt mir wahnsinnig viel Kraft.” 

“Ich will meiner Mutter zeigen, dass ich mit dieser Kunst mein Leben führen kann.”

Mit dieser Kraft und ihrer professionell geschulten Akrobatik sorgte Minzy in der Breakdance-Szene schon bald für Aufsehen; schnell gewann sie ihre ersten Battles. Nun hat sie mit Red Bull Flying Illusion den nächsten Schritt in ihrer noch recht kurzen Karriere gemacht. Mit 19 Jahren auf einer so großen Bühne zu stehen, jagte den meisten vermutlich ordentlich Angst ein. Minzy aber ist auch in dieser Hinsicht ein kleines bisschen anders: “Solche Chancen widerfahren dir nur selten im Leben. Ich habe meine Erfahrungen in unterschiedlichen Tanz-Companies gemacht. Viele davon fand ich einfach langweilig. Hier kann ich so viel mehr einbringen und lerne dabei auch noch jeden Tag dazu. Ich bin hier, das ist meine Chance. Ich will meiner Mutter zeigen, dass ich mit dieser Kunst mein eigenes Leben gut führen kann.”

Zu diesem Leben gehört auch die Verwirklichung ihres großen Traums: “durch die ganze Welt zu reisen und überall zu tanzen”. Mit Red Bull Flying Illusion lebt sie gerade diesen Traum.

Die Highlights der Weltpremiere